Verband der Hermann-Löns-Kreise in Deutschland und Österreich e.V.  (Löns-Verband)

 

 

 

 

Geschichte der Hermann-Löns-Kreise

Nach einer Darstellung von Gerhard Zahmel, Walsrode

 

Jahre 1900 bis 1932

Die Zeit um 1900 war in Deutschland eine Zeit des Aufbruchs. Damit wurden auch die Schädigungen sichtbar, die durch die Industrialisierung und Verstädterung im Lande auftraten. Eine Gegenbewegung konnte nicht ausbleiben. So entstanden vielfältige Heimatschutz- und Naturschutzvereinigungen sowie Jugendbewegungen. Dabei gehörte Hermann Löns zu den Gründungsmitgliedern des "Heimatbund Niedersachsen". Ferner unterstützte Löns mit begeisterten Worten den 1909 in Stuttgart gegründeten "Verein Naturschutzpark".

 

Entsprechend dieser Bewegung schuf Löns bewusst einfache Lieder im Volksliedstil. Er wollte beweisen, dass so etwas in einer Zeit des Materialismus noch möglich war. So entstand der „Kleine Rosengarten“, „dessen Texte die Melodie in sich trugen - ich brauchte sie nur aufzuschreiben“, wie Fritz Jöde, Musikprofessor und Altwandervogel, 1962 in Hannover sagte. „Mit uns zieht die neue Zeit ...“ sang die Wandervogeljugend nach Texten von Hermann Claudius, und an den Lagerfeuern erklangen die Rosengartenmelodien. Und wer Lieder von Hermann Löns sang, las auch seine Bücher. Damit wurden die Leser an die Quelle des Lebens, an Natur und Tier, an die Landschaft und ihre Bevölkerung herangeführt. So entstand eine breite Basis für eine stärker werdende Naturschutzbewegung, und Löns war einer ihrer Wegbereiter. Löns sah nicht nur die einzelne Libelle, den einzelnen Vogel, er sah das ganze „vernetzte System“. Löns "bekämpfte den rücksichtslosen 'Geldsack', der alles Menschliche, alle Werte vernichten muss“ (Knottnerus-Meyer). Das kam an und begeisterte die Jugend.

 

Diese Generation war es später, die in den zwanziger Jahren als Naturfreunde und Jäger mit Unterstützung bäuerlicher Grundeigentümer die ersten Löns-Gedenkstätten schuf. In diesen Jahren entstanden auch die ersten Vereinigungen von Löns-Freunden, wie der „Lönsbund“ in Celle und die „Löns-Gedächtnis-Stiftung“. Daran waren Persönlichkeiten beteiligt wie Wilhelm Deimann, Arthur Kutscher und Heinrich Sohnrey. In Hannover gründeten Emil Conrad, Geheimrat Nachtweh, Heinz Sponholtz, Max A. Tönjes und Kurt Voß eine Ortsgruppe der „Löns-Gedächtnis-Stiftung“. Auch in Berlin und Hamburg entstanden Gruppen. Als Zeitschrift wurde der „Markwart“ ins Leben gerufen (1925), der bis 1932 erschien. In den zwanziger Jahren fanden  sich auch in Österreich viele Löns-Begeisterte, die sich um den Schulrat Egon Geier, Klagenfurt, sammelten.

 

 Jahre 1933 bis 1945

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten löste sich die „Löns-Gedächtnis-Stiftung“ auf. Für Hannover und Umgebung stellte jedoch der "Heimatbund Niedersachsen" das Sammelbecken für die Löns-Freunde dar und setzte einen Teil der Aufgaben der Stiftung fort.

 

Auf Betreiben vor allem des hannoverschen Oberbürgermeisters Haltenhoff wurde 1939 die „Hermann-Löns-Gesellschaft“ ins Leben gerufen, die ab August 1941 auch die Zeitschrift „Markwart!“ wieder herausbrachte. Schriftleiter war Ernst Löns, der jüngste Bruder des Dichters.

 

 Jahre nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg war es lange still um den Dichter der Heide. Was bedeuteten denn die Begriffe Heimat und Natur? Hatte man davon nicht zwölf Jahre lang genug gehört? Hermann Löns? Nein, bloß nicht. Jetzt waren andere Autoren gefragt, wenn überhaupt.  Nur wenige wussten, dass Hermann Löns nicht in das Hurrageschrei eingestimmt hatte, als sich die Gewitterwolken des Ersten Weltkrieges zusammenballten. Fast alle damaligen deutschen Schriftsteller hatten sich zu Hassgesängen und Kriegsgeschichten gegen den „Feind“ hinreißen lassen. Bei Löns gab es derartige Texte nicht. Den Löns-Kenner verwundert es nicht, denn die Grundtendenz bei Löns ließ solches nicht zu, sein soziales Gewissen kannte keinen Hass - es sei denn gegenüber Profitgier.

 

Erst um 1960 änderte  sich die öffentliche Meinung gegenüber Hermann Löns allmählich. Man begann, sein Werk aus dem Gespinst des allzu Zeitbedingten zu lösen. Einen Meilenstein auf diesem Wege stellt der von Richard Gerlach herausgegebene und kommentierte Sammelband „Das Beste von Hermann Löns“ dar, der zum 100. Geburtstag des Dichters 1966 erschien. Fünf Jahre vorher hatte bereits die Wiedergründung einer Gemeinschaft von Löns-Freunden stattgefunden, die sich den Namen „Hermann-Löns-Kreis“ gab. Diese Gründung fand in Herford statt, angeregt vom Nestor der deutschen Löns-Forschung, Dr. Wilhelm Deimann, mit tatkräftiger Unterstützung durch Dr. Hans Steinhäuser.  Als Präsident stellte sich Professor Dr. Detlev Müller-Using, Hannoversch-Münden, zur Verfügung.

 

Damit waren Zeichen gesetzt. Aus allen Bundesländern und aus Österreich meldeten sich Löns-Freunde, bildeten Orts- und Landesgruppen und begannen, im Sinne von Hermann Löns zu arbeiten. Man erinnerte sich, dass Löns sich konsequenter als jeder andere Dichter für die Gesunderhaltung unserer Lebensgrundlagen eingesetzt hatte, dass die Tiergeschichte durch ihn im deutschen Sprachraum literaturwürdig wurde und dass Artenschutz und die junge Disziplin Verhaltensforschung wesentliche Impulse durch Hermann Löns empfingen.

 

Auch eine Zeitschrift, schlicht „Mitteilungsblatt“ genannt, erschien wieder, die später in „Hermann-Löns-Blätter“ umgetauft wurde und bis heute erscheint (siehe unter "H.-Löns-Blätter"). Sie bildet heute die große Klammer, durch die Lönsfreunde in Deutschland, Österreich und darüber hinaus verbunden sind. Es stellten sich etliche begeisterte Personen den Löns-Kreisen und dem 1982 als Dachverband gegründeten "Verband der Hermann-Löns-Kreise in Deutschland und Österreich e.V." (kurz: Löns-Verband) zur Verfügung. Die Vorsitzenden waren: Nach Prof. Müller-Using übernahm Studiendirektor Dr. Widar Lehnemann, Lünen (Westfalen), 1970 den Vorsitz. Diesem folgte Oberstudienrat Fritz Klein, Hannover (1980). Als Fritz Klein 1983 aus Altersgründen ausschied, rückte Stadtdirektor Dr. Ernst-Wilhelm Bussmann, Walsrode, nach. Seit dem 28.08.1999 ist Monika Seidel, Walsrode, die Vorsitzende des Löns-Verbandes.

 

Der Löns-Verband verwendet in seinem Signet die "Wolfsangel". Die "Wolfsangel" ist ein Zeichen, das Hermann Löns ab etwa 1905 häufig unter seine Unterschrift setzte.

 

Dazu schreibt Ernst Löns, ein Bruder von Hermann Löns: "Die Wolfsangel war ursprünglich ein primitives Fanggerät für Wölfe. Die Landbevölkerung benutzte es zur Bekämpfung der Wolfsplage, die vor allem nach dem Dreißigjährigen Kriege besonders stark war.

 

Signet des Löns-Verbandes

Das Gerät bestand aus einem 10 bis 12 cm langen Eisenstück, war an den Enden mit Widerhaken versehen und scharf zugespitzt. In der Mitte war es mit einem Ring oder Querstück zur Befestigung an einem Seil oder einer Kette ausgerüstet. Mit einem Fleischbrocken beködert, wurde die Wolfsangel über den Wechseln dieser Tiere in gehöriger Höhe aufgehängt. Die Wölfe sprangen und schnappten nach dem Fleisch. Dabei drangen ihnen die spitzen Haken der Angel in den Fang.

 

Später wurde die Wolfsangel zu einem Zeichen der Jagdgerechtsamkeit. Auch heute noch finden wir dieses Zeichen auf Steinen eingemeißelt, die die Grenzen der einzelnen Jagden anzeigen. Von den Bauern wurde es des Öfteren als Hausmarke übernommen. Original-Wolfsangeln werden z.B. im Bomann-Museum in Celle aufbewahrt."

 

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