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Wilde Rosen
von Hermann Löns (1866 - 1914)
Die Rosen in dem Garten
sind reizend anzusehn,
die wilden Heckenrosen
sind noch einmal so schön.
Am Tage auf der Straße
siehst du nicht nach mir hin;
es braucht kein Mensch zu wissen,
daß ich dein Liebster bin.
Der Tag der ist vergangen,
die Nacht die bricht herein;
im allerletzten Hause
da ist ein heller Schein.
Ich lasse die Eule rufen,
das Licht geht hin und her;
das Fenster das ist dunkel,
die Eule ruft nicht mehr.
Das Lieben vor allen Leuten
macht nicht so viele Freud,
als wenn man bricht die Rosen
in aller Heimlichkeit.

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