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Die Trappen
von Hermann Löns (1866 - 1914)
Das Lieben das bringt viele Freud,
das Lieben das bringt oftmals Leid;
es fiel ein Schnee verwichne Nacht,
der hat mir Schimpf und Schand gebracht.
Ich kann nicht über die Straße gehn,
kann niemand ins Gesichte sehn;
es gehen Trappen aus und ein
bei meinem Kammerfensterlein.
Jedwedem ist nun offenbar,
daß heute Nacht wer bei mir war;
wer bei mir war die ganze Nacht,
der böse Schnee hats kund gemacht.
Ich nahm den Besen in die Hand
und hab ihn hin und her gewandt:
das Kehren half mir wenig mehr,
die Nachbarn sahen alle her.
Und hab ich meinen Ehrentag,
kein Kränzelein ich tragen mag;
und trage ich ein Kränzelein,
so darf es bloß ein halbes sein.

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