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Das Grab
von Hermann Löns (1866 - 1914)
Es geht ein Licht im Dunkeln,
das hat einen trüben Schein;
es fliegt eine weiße Taube,
die weiß nicht aus noch ein.
Anna, Susanna, wie schön bist du!
Anna, Susanna, wo findst du Ruh?
Es blüht eine Blume im Garten,
die ist so blass und bleich,
es klingt ein Lied im Winde,
das ist an Schmerzen reich.
Anna, Susanna, wie schön bist du!
Anna, Susanna, wo findst du Ruh?
Es liegt ein Grab an der Mauer,
das hat nicht Kreuz noch Stein;
da hört man ein Kindlein weinen,
des Nachts im Mondenschein.
Anna, Susanna, wie schön bist du!
Anna, Susanna, wo findst du Ruh?
Es rauscht ein tiefes Wasser,
es rauscht wohl auf und ab;
es gräbt der Totengräber,
an einem neuen Grab.
Anna, Susanna, wie schön bist du!
Anna, Susanna, wo findst du Ruh?

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