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Gold und Silber
von Hermann Löns (1866 - 1914)
Ach Sonne, liebe Sonne,
was hast du in dem Sinn?
Ich stehe an dem Fenster
und weine vor mich hin.
Ein Ringelein von Silber,
das gab er mir zum Pfand;
einen Ring von rotem Golde,
den trag ich an der Hand.
Der Myrtenstock am Fenster
der dauert mich so sehr;
seine Zweige sind gefallen,
nun ist er kahl und leer.
Der eine kriegt das Silber,
das Gold der andre hat;
wenn alle Leute schlafen,
dann komm und küß dich satt.
Die grünen Myrtenzweige,
die sind das allerbest;
du sollst das Kränzlein haben,
der andere kriegt den Rest.

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