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Hermann-Löns-Blätter,
Heft 2 / 2006
(auszugsweise, ohne Bilder)
Inhaltsverzeichnis
Programm zur Einweihung des Löns-Denkmals
Zum 140. Geburtstag von Hermann Löns
Einladung zur Hermann-Löns-Woche 2006
Einladung zur Jahreshauptversammlung 2006
Sonderbriefmarke, Ersttagsblatt, Ersttagsbrief,
Einladung
Anmerkungen zu Löns-Denkmälern
Hermann-Löns-Kreis Lüneburger Heide: Bilderausstellung
von Reinhold Feussner
Österreichischer
Hermann-Löns-Kreis: Pulkauer Löns-Feier
Löns-Abend im Wipperhof
Stollen in der Einhornhöhle in Scharzfeld/Harz nach Löns
benannt
Buchrezension: Dr. Rolf Brunk: "Anmerkungen zu Hermann
Löns", Neuauflage
Buchrezension: Hermann Löns: „Brummelchen“. Neuauflage
mit Illustrationen
Buchrezension: Autographen Hermann Löns, Lisa Löns und
Umfeld an Elfriede Schönhagen-
Rotermund in der Zeit von 1907 bis 1914
Buchrezension: Wilhelm Bindig, Christiane Heiber: „Der
Fänger von Helgoland Gottfried Vauk -
Biologie, Jäger und denkendes Säugetier“
Buchrezension: Dr. Widar Lehnemann: "Günter Grass: 'Katz
und Maus', Ein Fach Deutsch,
Unterrichtsmodell"
Buchrezension: Rainer Kaune: „Für Geburtstagskinder“ und
„Worte der Lebensfreude“
Programm
zur Einweihung des Löns-Denkmals am
2.9.2006, 16:00 Uhr
Musik
Begrüßung
Monika
Seidel
1.
Vorsitzende des Verbandes
der
Hermann-Löns-Kreise in Deutschland und Österreich e.V.
Laudatio
Dr.
Waldemar R. Röhrbein
Ehrenpräsident des Niedersächsischen Heimatbundes e. V.
Grußwort
S. K. H.
Heinrich Prinz von Hannover
Enthüllung
des Löns-Denkmals ...
S. K. H.
Heinrich Prinz von Hannover
Monika
Seidel
... mit gleichzeitiger Musik
Übergabe
des Löns-Denkmals
an die
Hermann-Löns-Stadt Walsrode
und deren
Bürgerinnen und Bürger
mit
Dankesworten von Hannelore Kaiser, Stellv. Bürgermeisterin
Musik
Musikalische Umrahmung:
Gebrüder
Jan und Haye Graf, Jagdhornbläsercorps der Jägerschaft
Fallingbostel
Zum
140. Geburtstag von Hermann Löns
Liebe Löns-Freunde,
über Löns ist viel geschrieben worden -
Gutes und Schlechtes. Verehrer und vermeintliche Freunde haben
über ihn geschrieben. Und mit Wehmut muss man zur Kenntnis
nehmen, wie das Bild eines Menschen verzerrt werden kann. Wer
sich mit Hermann Löns wirklich auseinander gesetzt hat, sieht
mit Schrecken, mit welchen Maßstäben er manchmal gemessen wird,
wie skeptisch schon Äußerungen von Zeitgenossen betrachtet
werden müssen, und wie schwierig es ist, einen Menschen wieder
aus einer Ecke herauszuholen, in die er nicht gehört und auch
nie gehört hat; er selbst konnte sich niemals wehren. Man muss
Löns als Ganzes betrachten, mit all seinen Stärken und
Schwächen, seinen Vorzügen und Fehlern, um über ihn urteilen zu
können. Seine Tiergeschichten und Naturschilderungen sind
einmalig! Seine Warnung vor der Zerstörung der Natur und deren
Folgen hat sich inzwischen in vielfacher Form bewahrheitet.
Wir Löns-Freunde wissen, was wir an ihm
haben, und wir waren immer bemüht, ihm gerecht zu werden -
soweit das überhaupt möglich ist.
Zum 140. Geburtstag von Hermann Löns ist
uns das sicher auch gelungen: Eine Briefmarke und ein Denkmal
sind rechtzeitig fertig geworden. Er wird als das dargestellt,
was er war: Der Dichter und Denker, der Jäger und Heger, der
Schriftsteller, Journalist und Umweltschützer Löns. Ihn auf
diese Art zu ehren, erfüllt uns mit Freude und Stolz.
Bei allen, die bei der Verwirklichung
dieser großen Projekte geholfen haben, bedanke ich mich
herzlich.
Ihre
Monika Seidel
Einladung zur Hermann-Löns-Woche 2006
Vor Beginn der diesjährigen Löns-Woche
findet am Dienstag, dem 15.8.2006, um 18.00 Uhr, im Heidemuseum
Walsrode eine Ausstellungseröffnung statt. Gezeigt werden eine
Dokumentation zur Entstehung des Löns-Denkmals, die Vorentwürfe
zur Briefmarke der Österreichischen Post und Bilder von
Künstlern aus der Malschule Monika Bittner zum 140. Geburtstag
von Hermann Löns. Die Briefmarke selbst wird am 2. September
2006 im Rahmen der Jahreshauptversammlung vorgestellt. Außerdem
werden die im letzten Jahr angekauften sechs Bilder von Peter
Reichert ausgestellt. Die Ausstellung endet am Sonntag, dem
3.9.2006.
Die Löns-Woche: Montag, 29.8.06, bis
Sonntag, 3.9.06
Mittwoch, 30. August 2006
Fahrt in die blühende Heide (u.a.
nach Hermannsburg / Kaffeetrinken), Leitung: Frau Helga
Seebeck,
Stadtführerin, Telefon: 05161 - 3901
14.00 Uhr Abfahrt: Klostersee
(Rückkehr ca. 18.15 Uhr)
Sonnabend, 2. September 2006
14.00 Uhr Jahreshauptversammlung
im Heidemuseum (Einladung siehe Seite 4)
15.00 Uhr Briefmarkenvorstellung
(Näheres siehe Seite 5)
16.00 Uhr Denkmal-Einweihung
(Einladung siehe Titelseite) am Eingang zum Stadtwald
Eckernworth -
Hermann-Löns-Straße, etwa vor Haus Nr. 9
20.00 Uhr Löns-Abend im
Heidemuseum mit Jan und Haye Graf
anschl. Ausklang in der
Gaststätte „Eckernworth“
Der traditionelle Festakt am Löns-Grab
findet wegen der Denkmal-Einweihung in diesem Jahr nicht statt.
Monika Seidel
Berichtigung
In Heft
1/2006, Seite 11, war für die Fahrt in die blühende Heide ein
falsches Datum angegeben.
Einladung zur Jahreshauptversammlung
2006
am Sonnabend, dem 2. September 2006, 14.00
Uhr, Heidemuseum „Rischmannshof“, Walsrode,
Hermann-Löns-Straße 8
Tagesordnung
1.
Begrüßung und Feststellung der ordnungsgemäßen Ladung
2.
Gedenken an die verstorbenen Mitglieder
3.
Jahresbericht der 1. Vorsitzenden
4.
Berichte des Geschäftsführers und der Kassenprüfer
5.
Entlastung des Vorstandes
6.
Anfragen
Monika
Seidel, 1. Vorsitzende
Sonderbriefmarke, Ersttagsblatt,
Ersttagsbrief, Einladung
Sonderbriefmarke
Die Österreichische Post AG und der
Löns-Verband werden aus Anlass des 140. Geburtstages von Hermann
Löns am 29.8.2006 die individuelle Sonderbriefmarke Hermann Löns
zum Nominalwert von 0,55 € herausgeben. Die Briefmarke ist
selbstverständlich nur gültig für den Postversand aus
Österreich. Das Motiv der Briefmarke zeigt einen Ausschnitt von
der lebensgroßen Hermann-Löns-Bronze-Statue, die am 2.9.2006 in
der Hermann-Löns-Stadt Walsrode am Eingang zum Stadtwald
Eckernworth eingeweiht wird.
Mit der
Sonderbriefmarke und der Bronze-Statue von der Künstlerin
Marlies Leonardy-Rex ehren die Stadt Walsrode sowie der
Löns-Verband ihren Dichter der Heide zum 140. Geburtstag.
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Entwurf: |
Team + Monika Bittner, Walsrode |
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Größe: |
35mm x 42mm |
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Druck: |
Österreichische Post AG, Wien |
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Herausgeber: |
Österreichische Post AG, Wien |
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Alleinvertrieb: |
Verband der Hermann-Löns-Kreise in
Deutschland und Österreich e.V., Walsrode |
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Ausgabetag: |
29. August 2006 |
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Auflage: |
2.000 Stück |
Ersttagsblatt
Zum Ausgabetag der Sonderbriefmarke am
29.8.2006 wird der Löns-Verband ein Ersttagsblatt mit der in
Wien am 29.8.2006 gestempelten Sonderbriefmarke herausgeben. Die
Rückseite enthält eine Kurzbeschreibung zu Hermann Löns sowie zu
der Briefmarke und dem Ersttagsblatt.
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Größe: |
ca. DIN A5
(148mm x 210mm) |
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Entwurf: |
Dr. Fritz Fricke, Walsrode |
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Herausgeber:
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Verband der Hermann-Löns-Kreise in
Deutschland und Österreich e.V., Walsrode |
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Alleinvertrieb:
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Verband der Hermann-Löns-Kreise in
Deutschland und Österreich e.V., Walsrode |
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Auflage: |
530 Stück |
Ersttagsbrief
Zum Ausgabetag der Sonderbriefmarke am
29.8.2006 wird der Löns-Verband einen Ersttagsbrief mit der in
Wien am 29.8.2006 gestempelten Sonderbriefmarke herausgeben. -
Die Mitglieder des Löns-Verbandes erhalten einen in Wien
abgesandten Ersttagsbrief kostenfrei zugestellt.
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Größe: |
Briefumschlag DIN C6 (114mm x 162mm) |
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Herausgeber:
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Verband der Hermann-Löns-Kreise in
Deutschland und Österreich e.V., Walsrode |
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Alleinvertrieb:
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Verband der Hermann-Löns-Kreise in
Deutschland und Österreich e.V., Walsrode |
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Auflage: |
580 Stück |
Termin der
öffentlichen Vorstellung, Einladung
Briefmarke, Ersttagsbrief und Ersttagsblatt werden der
Öffentlichkeit am
Sonnabend, dem 2. September 2006, 15.00 Uhr,
im Heidemuseum "Rischmannshof", Hermann-Löns-Str. 8, 29664 Walsrode,
vorgestellt.
Bestellungen/Preise
Bestellungen werden ab sofort schriftlich mit dem auf
Seite 23 abgedruckten Formular entgegengenommen.
Ihre
Redaktion
Anmerkungen zu Löns-Denkmälern
Die außergewöhnliche Breitenwirkung von
Hermann Löns spiegelt sich auch in der großen Zahl der Denkmäler
wider. In Deutschland, Österreich und anderen Ländern sind, wie
die Broschüre „Hermann-Löns-Gedenkstätten“ belegt, bisher
insgesamt 139 erfasst. Das erste Löns-Denkmal wurde bereits zum
5. Todestag des Dichters im Jahre 1919 eingeweiht. In Walsrode
befinden sich das Löns-Grab/Löns-Denkmal im Tietlinger
Wacholderhain als Hauptgedenkstätte, das Löns-Zimmer im
Heidemuseum und die Löns-Jagdhütte in der Ortschaft Westenholz.
Im Jahre seines 140. Geburtstages (geb.
29. August 1866) wird nunmehr das 140. Denkmal in der
Hermann-Löns-Stadt Walsrode eingeweiht und der Öffentlichkeit
übergeben.
Marlies Leonardy-Rex, die Schöpferin von
Skulpturen, wie z.B. von Prof. Ferdinand Porsche (Porsche-Werk
in Stuttgart), Otto Hahn (Internationale Atom-Organisation in
Wien), Michael Gorbatschow (Historisches Museum in Bonn und
Moskau), Konrad Adenauer (Haus der Geschichte in Bonn) oder
Willy Brandt (Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn) hat über ein
Jahr an dem Löns-Standbild gearbeitet, es hervorragend gestaltet
und nunmehr vollendet. Die Statue in Lebensgröße wirkt dynamisch
und lebendig. Sie ist auch abgebildet auf einer Briefmarke der
Österreichischen Post, die vom Löns-Verband am Einweihungstag
gleichfalls der Öffentlichkeit vorgestellt wird (siehe dazu
Einladung auf Seite 5).
Gerhard
Zahmel
Hermann-Löns-Kreis Lüneburger Heide
Bilderausstellung von Reinhold Feussner
im
Ostpreußischen Landesmuseum/Naturschutzausstellung
Tiere aus
freier Wildbahn - auf Leinwand und Papier gebannt - sind noch
bis zum 10.9.2006 im Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg zu
sehen. Die Ausstellung „Aus Liebe zum Detail - Der Jagdmaler
Reinhold Feussner“ zeigt die Werke des bedeutenden Naturmalers.
Feussner (1886-1971) durchstreifte die verschiedensten Regionen
der Welt - unter anderem Deutsch-Südwestafrika und die
Lüneburger Heide - immer auf der Jagd nach Motiven und Wild. So
entstanden eindruckvolle und bis ins Detail stimmige Bilder von
Großwild und Federvieh, aber auch realistische
Landschaftsdarstellungen. Ein Teil der Werke hat
Verbands-Mitglied Dr. Rolf Brunk dem Museum gestiftet. Zur
Ausstellung ist das gleichnamige Buch, das auch als Katalog
dient, von den Autoren Christoph Hinkelmann, Rolf Brunk und Jörn
Barfod beim Verlag J. Neumann-Neudamm AG, Melsungen, ISBN
3-7888-1082-3, erschienen. Bei der Eröffnung am 2.6.2006 war
auch der Löns-Verband vertreten.
Wie wir nach Redaktionsschluß erfahren,
findet in der Zeit vom 1.7. bis 22.10.2006 im Ostpreußischen
Landesmuseum die Ausstellung „Zwischen Haff, Heide Harz und
Helgoland - 100 Jahre staatlicher Naturschutz“ statt. Von
Hermann Löns werden eine Handschrift, sein Fernglas und seine
Trillerpfeife gezeigt.
Info/Geza
Österreichischer Hermann-Löns-Kreis
Pulkauer
Löns-Feier
Der Österr.
Hermann-Löns-Kreis ladet wieder alle Lönsfreunde zur jährlichen
Feier für Hermann Löns ein. Wir treffen uns am Samstag, 26.
August in Pulkau am Heidberg beim „Lönsstein“, Beginn 17 Uhr. Es
wirken wieder mit: die Chorvereinigung Pulkau und das
Jagdhornbläsercorps Pulkau.
Mittlerweile ist der „Lönsstein“ auch in den Wanderkarten
eingezeichnet. Die Stadt Pulkau kann eine Reihe von prächtigen
historischen Bauten vorweisen. Die Siedlungsspuren reichen bis
in die Jungsteinzeit zurück. Übrigens lernte auch W. A. Mozart
auf seiner Reise nach Prag Pulkau kennen. Es ist anzuraten,
vor der Löns-Feier die Stadt und die schöne Umgebung zu
erkunden. Hinweise für Nächtigungen in Pulkau erhält man über
den Tourismusverein der Stadt Pulkau und Umgebung (Pulkau,
Rathausplatz 1, Tel. und Fax: 00432946/27080).
Auf Wiedersehen in Pulkau,
Harald Cajka
Sonstige
Löns-Abend
im Wipperhof
Der Verein
der Heimatgeschichte Edemissen (bei Peine) lud für Freitag, 17.
Februar, zu einem Hermann-Löns-Abend ein. Um es vorweg zu
nehmen, es war eine gelungene Veranstaltung, an der sich zirka
100 Besucher erfreuen konnten und an die sie sich noch länger
erinnern werden.
Auf seinen
Wanderungen hinterließ Hermann Löns auch in Edemissen Spuren. So
ist bekannt, dass er die Ölförderung in Oelheim, heute zu
Edemissen gehörend, selbst in Augenschein nahm und auch darüber
berichtete. Gestaltet wurde der Abend unter der Federführung von
Gerhard Gieseking. Neben ihm wirkten mit Edith Gieseking, Dr.
Ute Heinemann, Joachim Kannegießer, Thees Burfeind und Thomas
Kuczniers. Einführend ging Gieseking auf das Leben und Wirken
von Löns ein. Dabei war es wohltuend, von ihm die wirklichen
Stärken des Dichters herausgestellt zu bekommen. Anhand von
Beispielen betonte er die Wortgewaltigkeit und Sprachvielfalt
des Dichters. Auch Gieseking vertrat als ehemaliger Pädagoge die
Auffassung, dass Löns wieder in die Schulbücher hinein gehöre.
Beeindruckend war auch die Lesung von Kannegießer: Hinter der
Findermeute. Er würzte seinen Vortrag mit waidmännischem
Hörnerklang. Eine Bilderschau: Löns als Zeichner und Löns im
Kreis Peine fanden ebenso große Beachtung, wie die Lied- und
Lesungsbeiträge.
Herber
Baller
Stollen
in der Einhornhöhle in Scharzfeld/Harz nach Löns benannt
Anläßlich
des Tages des Offenen Denkmals hatte der Höhlenverein am 11.
September 2005 zu einem Löns-Tag an der Einhornhöhle bei
Scharzfeld am südlichen Harzrand eingeladen. Als Vertreter der
Löns-Familie war Dr. Peter Löns (Göttingen) anwesend. Der
bislang namenlose Eingangsstollen zur Höhle wurde vor 100 Jahren
fertig gestellt - genau zu der Zeit, als Löns dort intensiv
wirkte. Der Stollen erhielt jetzt den Namen von Hermann Löns
(siehe Abbildung der Tafel).
Der
Berliner Arzt Rudolf Virchow leitete 1872 den Beginn neuer
Grabungen in der Einhornhöhle ein. Man suchte nach dem
diluvialen (eiszeitlichen) Menschen. Löns, durch Verwandtschaft
mit Scharzfeld verbunden, forderte bereits während der
Grabungskampagne der Rudolf-Virchow-Stiftung und fast schon
seiner Zeit voraus, bessere Arbeitsmethoden und genauere
Untersuchungen. Vor allem verwies er auf die Möglichkeit, den
Grabungsaushub zu sieben. Die Zeit der „unsystematischen
Grabungen“ ging dann dem Ende zu. Löns wurde zum Vorreiter und
Wegbereiter einer modernen Erforschung der Höhle.
Info/Geza
Buchrezension
Dr.
Rolf Brunk: „Anmerkungen zu Hermann Löns“, Neuauflage
Die Aktualität von Hermann Löns ist
ungebrochen. 2006 jährt sich sein Geburtstag zum 140. Mal. Aus
diesem Anlass hat Dr. Brunk sein Buch überarbeitet und mit
Bildmaterial versehen, welches zum Teil noch nicht
veröffentlicht wurde.
Die verzerrte Vereinnahmung von gewissen
Kreisen vor dem 2. Weltkrieg hat zu vielen bedauerlichen
Missverständnissen geführt. Das Verdienst dieses, nun in
zweiter, ergänzter und bebildeter Auflage erschienenen Buches
ist es zweifellos, manche Fehleinschätzungen und Vorurteile
gerade zu rücken. Deshalb nehmen die „Anmerkungen zu Hermann
Löns“ im Rahmen der über Hermann Löns erschienenen
biographischen Werke eine Sonderstellungen ein.
Dr. Brunk gilt als ausgewiesener Kenner
von Leben und Werk Hermann Löns‘. Die 1. Auflage des Buches hat
große Anerkennung gefunden und es ist dem Verfasser gelungen, in
den Ergänzungen zur zweiten Auflage weitere interessante Fakten
zu präsentieren. Hinsichtlich der Fotos werden erstmalig z. B.
eine Blumenvase mit Regenpfeifermotiv (S. 101, Löns hat
Regenpfeifer selbst auf Postkarten gezeichnet) und ein
Frühstücksteller (S. 99) aus dem letzten Haushalt von Löns aus
dem Nachlass von Ernestine Horrion, geb. Sassenberg,
veröffentlicht. Die textliche Umsetzung ist unterhaltsam und
informativ zugleich. Für den Lönsfreund ist der umfangreiche
Anhang mit Zitatquellen und Literaturnachweis eine besonders
wertvolle Zugabe.
Der Autor Dr. med. vet. Rolf Brunk ist
Fachtierarzt für Pathologie und Autor zahlreicher
wissenschaftlicher Publikationen, u.a. über Wildkrankheiten und
Kynologie. Darüber hinaus hat er, selbst Landschafts- und
Tiermaler, eine Reihe von Arbeiten über Jagdmalerei
veröffentlicht. Auch diese Auflage sollte im Bücherschrank nicht
nur von Löns-Kennern stehen.
Info/Geza
Dr.
Rolf Brunk „Anmerkungen zu Hermann Löns“, Erweiterte, bebilderte
Neuauflage, hochwertige Aufmachung, 102 Seiten, gebunden,
Hermannsburg 2006, zu beziehen: Verlag Ludwig
Harms-Haus,Missionshandlung, Harmsstr. 2, 29320 Hermannsburg,
Tel. 05052/69400, Fax 05052/69405, www.ludwig-harms-haus.de oder
in jeder Buchhandlung, Preis 11,90 €, ISBN 3-937301-39-9
Buchrezension
Hermann
Löns: „Brummelchen“
In der
Erzählung „Brummelchen“ schreibt Löns über eine Hummel. Als
Naturbeobachter und exzellenter Insektenkenner hatten es ihm die
friedfertigen Hummeln besonders angetan, so dass dieses schöne
Märchen entstehen konnte. Bereits 1997 ist das Werk in der
Schriftenreihe des wissenschaftlichen Forschungsarchives Hermann
Löns als Loensia Sonderband Nr. 2 erschienen. Da die Auflage
seit einiger Zeit vergriffen ist, hat Karl-Heinz Beckmann Ende
letzten Jahres eine Neuauflage mit einem Nachwort herausgegeben.
Die 7 farbigen Illustrationen stammen von Carola Nake-Beckmann.
Zum Schluss weist Beckmann auf die Jahresaktion „Weichtier des
Jahres“ in den Jahren 2003 - 2006 hin. Bekanntlich war Hermann
Löns in seinen Jugendjahren ein begeisterter Schneckenforscher.
Der Sonderband Nr. 5 wird zum Kauf empfohlen.
Gerhard
Zahmel
Hermann
Löns: „Brummelchen“, Illustrat. von Carola Nake-Beckmann,
Neuauflage 2005, Heftung, 25,7 x 19,7 cm, Loensia Sonderband 5
(Märchenbuchreihe), Schriftenreihe des wissenschaftl.
Forschungsarchives Hermann Löns von Karl-Heinz Beckmann,
Ondruperstraße 8, 59387 Ascheberg-Herbern, Tel. 02599/1886, Fax
02599/7300, e-mail: k.h.beckmann@euroroll.de, Bezug: beim
Forschungsarchiv oder in jeder Buchhandlung, Preis 4 €, ISBN
3-9809324-0-0
Buchrezension
Autographen Hermann Löns, Lisa Löns und Umfeld an
Elfriede Schönhagen-Rotermund in der Zeit von 1907 bis 1914
Im Rahmen
des Forschungsprojektes „Literatur und Soziologie“ ist im
November 2005 erschienen: „Autographen Hermann Löns, Lisa Löns
und Umfeld an Elfriede Schönhagen-Rotermund in der Zeit von 1907
bis 1914“. Als Herausgeber zeichnet Karl-Heinz Beckmann (2.
Vors. des Verbandes der Hermann-Löns-Kreise in Deutschland und
Österreich) verantwortlich, der auch die Einleitung verfasst
hat. Das Vorwort stammt von Arno Brammé. Die Sammlung enthält
u.a. Briefe von Hermann Löns an Elfriede Schönhagen, später
Rotermund. Die Briefe konnte Beckmann in Berlin für sein Archiv
ersteigern. Sie stellen eine ganz wesentliche Bereicherung
dessen dar, was von Hermann Löns bislang vorlag. Z. B. wird über
den behinderten Sohn „Detti“ berichtet, werden Ansichten über
den Verein Naturschutzpark (Wilseder Berg/Totengrund) geäußert
oder Löns stellt fest, dass er das „Zweite Gesicht“ künstlerisch
viel höher stellt als den „Wehrwolf“.
Die
Transskription durch Beckmann und Dr. Helmut Prilop stellt eine
beachtliche Leistung dar, die sorgfältige Kommentierung nicht
minder. Die Aufnahme als Heft 26 der wissenschaftlichen
Veröffentlichungen der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung
und Fortbildung der Universität Klagenfurt bürgt für den hohen
wissenschaftlichen Rang der Veröffentlichung.
Dass der
ältere Hermann Löns die jüngere Elfriede Rotermund in ihrer
schriftstellerischen Karriere unterstützte und förderte, war
bekannt. Die Briefe belegen jetzt überraschenderweise, dass es
sich nicht nur um eine einseitige Beziehung handelte. Auch Löns
profitierte von diesem Gedankenaustausch. Er schickte ihr seine
Texte und erhielt Kommentare und Verbesserungsvorschläge.
Elfriede Schönhagen-Rotermund kam Ende 1907 mit Hermann Löns in
Kontakt. Sie war als Junglehrerin bei Celle beschäftigt.
Nebenbei betätigte sie sich schriftstellerisch und suchte die
Unterstützung von Löns, der ihr half, ihre Texte in
verschiedenen Publikationen unterzubringen. Seit Mai 1910 war
sie als Lehrerin auf der Insel Borkum tätig und versorgte die
Familie Löns z. B. mit dort vorkommenden Blumen und
Strauchpflanzen.
Die
Publikation des wesentlich umfangreicheren Schriftwechsels
zwischen Lisa Löns und Elfriede Rotermund soll zu einem späteren
Zeitpunkt erfolgen.
Gerhard
Zahmel
Hrsg.
Karl-Heinz Beckmann: „Autographen Hermann Löns, Lisa Löns und
Umfeld an Elfriede Schönhagen-Rotermund in der Zeit von 1907 bis
1914“, mit einem Vorwort von Arno Bammé, Veröffentlichung aus
den Forschungsprojekt Literatur und Soziologie, 74 Seiten,
DIN-A4-Format, Klagenfurt 2005, Bezug: K. H. Beckmann, An der
Vogelrute 46 - 50, 59387 Ascheberg-Herbern, Tel.02599/1886, Fax
02599/7300, e-mail: k.h.beckmann@euroroll.de; Preis 10 € incl.
Versandk., ISSN 1028-2742
Buchrezension
Wilhelm Bindig und Christiane Heiber:
„Der Fänger von Helgoland Gottfried
Vauk - Biologie, Jäger und denkendes Säugetier“
So einer wie Gottfried Vauk gehört auf die
Rote Liste. Auf eine Rote Liste der vom Aussterben bedrohten
Originale, wenn es eine solche gäbe. Zu diesem Schluss kommen
die Autoren Wilhelm Bindig und Christiane Heiber,
die Gottfried Vauk in einer soeben im Verlag Neumann-Neudamm
erschienenen Biografie porträtieren.
Wer ist Gottfried Vauk? Was ist an diesem
Mann so bemerkenswert?
Sicher ist es auch sein Beruf, aber mehr
noch, die Art und Weise, wie er ihn ausfüllte und lebte.
Gottfried Vauk (Jahrgang 1925) ist Biologe - mittlerweile im
Ruhestand. Fast 32 Jahre leitete er die Vogelwarte auf
Helgoland. Dort werden Jahr für Jahr tausende von Zug- und
Brutvögeln gefangen, beringt, vermessen und erforscht. Vauk
leistete Pionierarbeit. Während des 2. Weltkrieges und danach
bis 1952 wurde die Insel völlig zerbombt, die Vogelwarte nach
Wilhelmshaven ausgelagert, wo sich seitdem ihr Hauptsitz
befindet. Die Inselstation mit Fanggarten, Instituts- und
Laborgebäuden, baute Vauk nah dem Krieg aus Trümmern wieder auf.
Allein das war ein Abenteuer. Und er schlug Alarm. Denn dort auf
der kleinen Felseninsel in der Nordsee hatte er tagtäglich vor
Augen, was Ölpest, Müll und andere Arten der Meeresverschmutzung
anrichten.
Der Fänger von Helgoland. Der Titel
der Biografie ist mehrdeutig. Um etwas zu bewirken, musste
Gottfried Vauk Menschen überzeugen und für seine Sache gewinnen.
Das verstand er wie kaum ein anderer. Ob es darum ging, die
Öffentlichkeit wachzurütteln, Politikern Geld und Unterstützung
abzuhandeln oder junge Menschen für sein Anliegen zu begeistern
-Vauk war ein Motivationskünstler mit schier unbegrenzter
Energie. Das bescheinigen ihm nicht nur die Autoren, die selbst
einige Jahre an seiner Seite gearbeitet haben, sondern auch
viele seiner Weggefährten. Ehemalige Stationshelfer,
Fachkollegen und Politiker - darunter so prominente wie Loki
Schmidt und Klaus Töpfer - haben ihre z. T. ganz persönlichen
Erinnerungen beigesteuert und runden das Bild vom Menschen Vauk
ab. Dass Vauk auch ein großer Löns-Kenner war, hat er in seiner
Festansprache zur Feierstunde am Löns-Grab im Jahre 1988
bewiesen.
Kurz vor seiner Pensionierung übernahm der
engagierte Biologe, der zugleich auch passionierter Jäger ist,
1988 noch für einige Jahre die Leitung der Norddeutschen
Naturschutzakademie in Schneverdingen. Für den heute
Achtzigjährigen bedeutete das eine Rückkehr in die Wälder. Denn
aufgewachsen ist Gottfried Vauk mit Wild und Wald in einem
kleinen Dorf im ehemaligen Hinterpommern. Sein Werdegang war
nicht weniger abenteuerlich als sein späteres Berufsleben. Mit
10 Jahren flog der bis dahin wohlbehütete Lehrersohn aus dem
elterlichen Nest und musste sich im Internat behaupten. Bereits
mit 17 wurde er Soldat und erlebte die letzten Kriegsjahre an
der Front. Wie er sich anschließend als Flüchtling in einem
Barackenlager durchschlug, schildern die Autoren ebenso wie
seine Erlebnisse als Praktikant in der Landwirtschaft und als
„Trümmerstudent“ in Kiel. Damit wird das Buch zugleich zu einem
eindrucksvollen Zeitdokument.
Trotz mancher Schicksalsschläge und der
Beschäftigung mit ernsten Themen war und ist Vauk auch eine
gehörige Portion Humor zu eigen. Davon zeugen die vielen
Anekdoten, die diese Biografie würzen, aber auch die humorvollen
und hintersinnigen Illustrationen, mit denen der Porträtierte
gelegentlich mit einem Augenzwinkern auf die Schippe genommen
wird.
Alles in allem ein belletristisches
Sachbuch, das nicht nur informiert, sondern auch unterhält und
keinesfalls nur Fachleute ansprechen sollte.
Info
Wilhelm
Bindig und Christiane Heiber: „Der Fänger von Helgoland
Gottfried Vauk - Biologe, Jäger und denkendes Säugetier“, 208
Seiten, Broschur, zahlreiche Fotos und Zeichnungen, Format 14,8
x 21 cm, Verlag J. Neumann-Neudamm, Verlag für Jagd und Natur,
Schwalbenweg 1, 34212 Melsungen, Tel. 05661/926226, Web:
www.neumann-neudamm.de, Preis 19,95 €, ISBN 3-7888-1063-7
Buchrezension
Günter Grass: „Katz und Maus“,
Bearbeitung Dr. Widar Lehnemann
Die Novelle „Katz und Maus“ von Günter
Grass war ursprünglich für die Veröffentlichung in „Hundejahre“
(1963) vorgesehen. Im Deutschlandfunk wies er in einem Interview
am 26.07.2004 auf die für dieses Buch nicht passende
„Erzählstruktur“ hin, so daß „Katz und Maus“ bereits 1961 nach
der „Blechtrommel“ (1960) erschien. In seiner Rede zur
Verleihung des Literaturnobelpreises 1999 sprach Grass von „der
dazwischengeschobenen Novelle“.
Was haben
nun Grass und Löns miteinander zu tun? Grass erwähnt in „Katz
und Maus“ zweimal im Text den Namen Löns. Dr. Widar Lehnemann,
Mitglied und ehemaliger Präsident des Löns-Verbandes, hat im
Verlag Ferdinand Schöningh ein Unterrichtsmodell zu „Katz und
Maus“ erarbeitet. Zum Thema „Englandlied“ gibt er für den
vorliegenden Handlungszusammenhang eine sehr gute Darstellung,
die die heutigen Schüler auch verstehen können. Damit wird Löns
in einen „richtigen“ Zusammenhang gestellt. Der Unterzeichner
hätte sich gefreut, wenn er in seiner eigenen Schulzeit dieses
Material gehabt hätte. Dr. Widar Lehnemann schreibt u.a.:
„[...]
wollten uns gute Laune beweisen“ - gute Laune, die also
offensichtlich nicht vorhanden ist. „[...] grölten alle Strophen
des Englandliedes“ – Das „Englandlied“, dessen Verfasser Hermann
Löns (1866-1914) ist, steht in einer Sammlung von Gedichten mit
dem Titel „Der kleine Rosengarten“, die 1911 erschien, zur Zeit
des Flotten-Wettrüstens zwischen Deutschland und England. Wie
Mahlke meldete sich Löns übrigens „freiwillig“.
Löns,
der zweimal im Text mit Namen erwähnt wird (S. 145, 150), wurde
in Kulm an der Weichsel geboren. Er wurde als Dichter der
Lüneburger Heide bekannt. Mit seiner Bauernchronik aus dem
Dreißigjährigen Krieg „Der Wehrwolf“ (mit h!) wurde er vom
NS-Regime vereinnahmt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das
„Englandlied“, dem der Autor selbst die Überschrift
„Matrosenlied“ gab, vom Rundfunk bei Sondermeldungen der Marine
gespielt. Der Schriftsteller Werner Bergengruen schreibt dazu:
„Bei Kriegsausbruch kam Löns hoch zu Ehren. [...], so klang nun
aus allen deutschen Sendern jedesmal im Anschluß an den
Tätigkeitsbericht der Unterseebootwaffe das Löns’sche Lied vom
Seemannsabschied: Gib mir deine Hand [...].“
(Die
Überführung des Dichters. In: Süddeutsche Zeitung Nr. 25 vom
29./30. Januar 1966, Wochenendbeilage).
Damit
klärt sich die Frage, ob sich hinter der Tatsache, daß diese
beiden Jungen alle Strophen des Englandliedes „grölten“, ein
tieferer Sinn verbirgt. Das Lied ist hier zunächst als -
allerdings ironische - Begleitmusik zur „Sondermeldung“ über
Mahlkes U-Boot-Erfolg zu verstehen.
Eine
weitere Dimension im Verständnis dieser Szene kann bewußt
werden, wenn man das Lied als das auffaßt, was es ist: ein
Abschiedslied. Mag das auch über das momentane Bewußtsein der
beiden Jungen hinausgehen, das von ihnen gegrölte Lied ist auf
ihre eigene Situation zu beziehen. Mahlke und Pilenz nehmen an
diesem Tage Abschied voneinander und werden sich - abgesehen von
gelegentlichen Begegnungen – vorläufig nicht wiedersehen. Das
Lied, das von Herms Niel (Hermann Nielebock) vertont wurde, hat
folgenden Wortlaut:
Matrosenlied
Heute
wollen wir ein Liedlein singen,
Trinken
wollen wir den kühlen Wein,
Und die
Gläser sollen dazu klingen,
Denn es
muß, es muß geschieden sein;
Gib mir
deine Hand,
Deine
weiße Hand,
Leb
wohl, mein Schatz, leb wohl,
Denn
wir fahren gegen Engelland.
Unsre
Flagge und die wehet auf dem Maste,
Sie
verkündet unsres Reiches Macht,
Denn
wir wollen es nicht länger leiden.
Daß der
Englischmann darüber lacht;
Gib mir
deine Hand,
Deine
weiße Hand,
Leb
wohl, mein Schatz, leb wohl,
Denn
wir fahren gegen Engelland.
Kommt
die Kunde, daß ich bin gefallen,
Daß ich
schlafe in der Meeresflut,
Weine
nicht um mich, mein Schatz, und denke,
Für das
Vaterland, da floß mein Blut;
Gib mir
deine Hand,
Deine
weiße Hand,
Leb
wohl, mein Schatz, leb wohl,
Denn
wir fahren gegen Engelland.
Ich vermute, daß Dr. Widar Lehnemann einer
der ganz wenigen ist, die diese Szene aus „Katz und Maus“ so
kompetent und richtig zu deuten vermögen! Deshalb gilt es um so
mehr, dieses Werk zum Lesen zu empfehlen.
Gerhard Zahmel
Günter
Grass: „Katz und Maus“, Ein Fach Deutsch, Unterrichtsmodell von
Dr. Widar Lehnemann, 120 Seiten, DIN-A4-Format, Verlag Ferdinand
Schöningh, Bestell-Nr. 222910, Preis 13,80 €, ISBN 3-14-022291-2
Buchrezension
Rainer
Kaune: „Für Geburtstagskinder“ und „Worte der Lebensfreude“
Die
SKV-EDITION Lahr/Schwarzwald hat in der Reihe „Kleine
Perlen-Bibliothek“ die beiden Titel „Für Geburtstagskinder“ und
„Worte der Lebensfreude“ auf den Büchermarkt gebracht. Jedes
Büchlein enthält eine ausgewählte Mischung ernster und heiterer
Aphorismen und Verse. Der Geschenkbuch-Charakter wird durch die
vielen schönen Farbfotos unterstrichen. Das gut gegliederte
kurze Inhaltsverzeichnis läßt schnell die gewünschten Texte
auffinden.
Bei der
Auswahl hat sich Rainer Kaune darum bemüht, das Diktum des
altrömischen Dichters Horaz vorrangig zu beachten, wonach ein
gutes Buch sowohl erfreuen, als auch nützen soll.
In „Worte
der Lebensfreude“ sind Texte von Löns auf den Seiten 28, 35 und
39 zu finden. In „Für Geburtstagskinder“ wird Hermann Löns
zitiert mit: „Das wichtigste Stück des Reisegepäcks ist und
bleibt ein fröhliches Herz.“ Ehrenmitglied Heino Petersen
gebrauchte diesen Satz bei allen Reisen mit den Löns-Freunden.
Dem Rezensenten ist es bis heute jedoch nicht gelungen, die
Originalfundstelle dieses Ausspruches zu finden.
Unter
einigen Zitaten erscheinen die Namen Rainer Kaune und dessen
Pseudonym Heinrich Berner. Da das Pseudonym schon längst
gelüftet ist, darf dieser Hinweis erfolgen.
Mitglied
Rainer Kaune hat sich mit etlichen Büchern und Vorträgen für
Hermann Löns und den Verband engagiert. Mittlerweile liegen von
ihm bereits 53 Buchveröffentlichungen vor. Schauen sie doch
einmal wegen weitergehender Informationen unter
www.rainer-kaune.de oder www.spruecheportal.de nach.
Gerhard
Zahmel
„Für
Geburtstagskinder“ (ISBN 3-8256-5320-8, Best.-Nr. 94320), und
„Worte der Lebensfreude“ (ISBN 3-8256-5321-8, Best.-Nr. 94321),
beide Bändchen 48 Seiten mit Farbbildern, zusammengestellt von
Rainer Kaune, 11 x 11 cm, Verlag SKV-EDITION, Lahr/Schwarzwald,
2005, in jeder Buchhandlung zu bestellen, Preis 3,20 € je Titel,
Homepage: www.rainer-kaune.de
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